Fundgrube
Rot im Spiegel
Diese Grafik zeigt eine Manifestorin, die jederzeit kraftvoll aus ihrem Gefühl und aus dem Existenzdruck des Wurzelzentrums heraus handeln kann. Ohne Klarheit der Gefühle und ohne Information führt allgemeiner Widerstand im Regelfall zu wütender Erfolgslosigkeit.

Aber, es geht auch anders. Und das ist dann ein Beitrag zu Reflektion und Weisheit der offenen Zentren. Die Begegnung mit dieser Frau fand statt auf einer Kunstausstellung. Dort präsentierte sie bemalte Leinwände, die auf Holzrahmen in Form von Quadraten und Dreiecken aufgezogen waren. 90% der Exponate waren knallrot mit einem goldenen Kreis in der Mitte und wurden von der Künstlerin als Energie- und Kraftbilder bezeichnet.
Da sie mit dem Wesen des HDS vertraut war, fiel die Interpretation ihrer Kunst auf fruchtbaren Boden. Dann stehen die roten Formen für das Herz- und das Sakralzentrum. Empfunden wird ihre allgemeine Überforderung und Kraftlosigkeit verbunden mit der Aufforderung, sich hier die eigene Gestaltung von Vitalität und Herzensqualitäten nicht nehmen zu lassen. Also kein generelles Ja zu Verpflichtungen aller Art und totaler Selbstlosigkeit, sondern selbstbewusste Taten und Handlungen.
Was könnte eine unabhängige Manifestorin besser beispielhaft vertreten!
Wie könnte die empfundene Weisheit dieser Zentren empathischer und zugleich künstlerisch kraftvoller in die Welt gebracht werden!
Die grüne Frau
Es gibt ja nicht nur eine Körpergrafik für Menschen, sondern ein Design für jede Form einer Existenz; also Tiere, Pflanzen und unbelebte Objekte. Pflanzen werden durch drei Zentren beschrieben. Der gelbe Ort der Identität benennt die Art als Tulpe oder Eiche. Das rote Zentrum der Lebendigkeit sorgt für Wachstum und Fortpflanzung. Das dritte Zentrum reagiert auf die Umwelt, auf das Wetter und dient dem pflanzlichen Wohlergehen.

Im Vergleich betrachten Sie jetzt bitte die Grafik von Annemarie Eigner, Schwester des Autors. Ihre Definitionen sind identisch mit denen einer Pflanze.

So etwas kommt halt mal vor; und erst ihre Kurzbiografie enthüllt die Tiefe dieser Gegenüberstellung.
Annemarie hat Botanik studiert und einen Botaniker geheiratet. Sie hat öffentliche Bauerngärten angelegt und darüber Bücher geschrieben. Sie haben gemeinsam einen Garten von unendlicher Vielfalt und Schönheit. Hier herrscht der Geist von Findhorn. Unter anderem gedeihen dort über 100 alte Rosenarten, aus vielen Teilen Europas zusammengetragen. Seit 15 Jahren sind die beiden auch Waldbesitzer. Und die Krone dieser ungewöhnlichen symbiotischen Beziehung von Pflanze und Mensch ist die Ausbildung zur Bachblüten Therapeutin und die praktische Anwendung dieser Heilmethode.
Perfekt wird die Kooperation zwischen Mensch und Pflanze durch die gemeinsame Definittion 15-5. Jeder extreme pflanzliche Lebensrhythmus erfordert seine speziellen festen Gewohnheiten, wie Standort, Pflege und Aufzucht. Das ist hier garantiert und illustriert den gärtnerischen grünen Daumen einer Person
Zeit und rote Zentren
In der griechischen Mythologie waren zwei Götter für die Zeit zuständig. Der bekanntere ist Chronos. Er steht für die Quantität der Zeit, ihre Strukturierung und Messung und hat sich in Begriffen des täglichen Lebens wie Chronist oder Chronometer erhalten.
Sein Pendant ist Kairos. Er steht für die Qualität der Zeit und hat sich in unserer Sprache kein bleibendes Denkmal gesetzt. Wir empfinden aber seine Bedeutung sehr stark, wenn wir von guten und schlechten Zeiten sprechen, die rasend schnell oder quälend langsam vergehen. Beide Aspekte der Zeit sind untrennbar miteinander verbunden, wie analog im HDS-Mandala alle Positionen der roten Zentren, Ego und Sakral. Und wir können unser Verständnis der Zentren durch die Zuordnung jeweils eines Zeitaspektes erweitern. Wie die Vermischung der Zeit selbst ist diese Zuordnung nicht absolut zu sehen.
Dann erhält das Herz oder Egozentrum die Quantität zugewiesen. Dann wird aus Arbeit hauptsächlich Leistung, also Verrichtung einer Tätigkeit innerhalb einer Zeitspanne. Ist diese kurz, so ist die Leistung groß. Das Herz als Organ steht für das Leistungsprinzip durch die Regulierung seiner Schlagfrequenz und ändert so die Pumpleistung. Diese wird dann im Ergometer auch in Watt als physikalische Einheit der Leistung angegeben. Das Herzzentrum steht im Mittelpunkt der Gemeinschaft, im Zentrum des Stammesschaltkreises. Hier ist Leistung ein sehr werthaltiger Begriff.
Das Sakralzentrum ist dagegen eher an der Qualität seiner Arbeit interessiert. Was es im Beruf und in Beziehungen gestalten möchte, soll Spaß und Freude machen. Nicht die Schnelligkeit ist oberstes Gebot, sondern die zeitlose Hingabe an den Prozess. Das kann jeder an sich selbst, einem Tüftler oder einem Lebenskünstler beobachten. Das Ende sollte offen sein, bis das Sakralzentrum selbst entscheidet, nun ist gut und genug. Bei der ausgeprägten Reaktionsfähigkeit auf den Moment bedeuten feste Zeitpläne generell einen Verlust an Kreativität und wird als Frust registiert. Menschliches Leben erfordert beide Seiten in einem harmonischen Miteinander. Jeder möge dazu seine eigenen Studien treiben.
Verstand und Neurologie
Die moderne Hirnforschung liefert faszinierende Ergebnisse. Da erscheint es vielen Menschen sehr provokativ, dem Verstand die Autorität für korrekte Entscheidungen abzuerkennen. Andere Forschungen brechen eine Lanze für ein Handeln nach dem Bauchgefühl. Die typisch mentale Verwirrung darüber nährt sich von allen Seiten.
Deshalb hier das Angebot einer vereinfachten Erklärung.
Körperteile und Sinnesorgane nehmen wahr, empfinden und senden alle Impulse zur Bearbeitung ins Großhirn. Hier wird registriert, verglichen, verknüpft, benannt und das Resultat veröffentlicht. Es scheint fast, als würde der Reiz durch diese geniale Dienstleistung erst entstehen! Das Ganze entspricht einer gut organisierten Arbeitsteilung, die frei von Eitelkeiten sein sollte.
Der Verstand könnte nämlich sagen: Ich fühle Schmerz, Hunger oder Glückseligkeit. Deshalb muss ich handeln. Trotzdem ist er nicht Ort und Quelle seiner Empfindungen, die der blutende Finger, der knurrende Magen oder die Umarmung des Liebsten verursachen. Andererseits können Finger, Magen und Glück allein nicht angemessen reagieren.
Letztendlich geht es auch nicht um den Streit über die Urheberschaft, sondern dass alle körperlichen Bereiche ihre Signale der Zentrale zur Verfügung stellen. Sie tun das im festen Vertrauen, dass hier aktuell zu ihrem eigenen Wohl gehandelt wird und in zweiter Linie zum Allgemeinwohl.
Genau an diesem Punkt trennen sich die mentalen und körperlichen Geister. Korrekt, wenn man so will, lässt der Körper im Gehirn arbeiten und trifft dann mit dem Ergebnis seine Entscheidung. Wir handeln nach Typ und Strategie. Im anderen Fall entwickelt der Verstand Vorstellungen, die der aktuellen Situation nicht entsprechen und die dann vitale körperliche Interessen verletzen.
Was hier analytisch seziert wird, ist in der Praxis undurchdringlich miteinander verwoben. Da lohnt sich ein Blick hinter die Propaganda des Verstandes.